Bericht zur Generalversammlung 2026

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ETSV Lauda: Drei neue Ehrenmitglieder und ein Rekordabend

Generalversammlung des ETSV 1904 Lauda zieht eindrucksvolle Bilanz – Vorstand einstimmig in elfte Amtszeit gewählt

Lauda. Rund drei Stunden – das ist für eine Generalversammlung durchaus rekordverdächtig. Doch beim ETSV 1904 Lauda hatte die Länge des Abends einen guten Grund: So viele verdiente Sportlerinnen und Sportler, Trainer, Betreuer und langjährige Mitglieder wie am Freitag, 8. Mai 2026, waren selten auf einmal zu ehren. Rund 150 der mittlerweile 2.109 Mitglieder fanden sich dazu in der vereinseigenen ETSV-Halle ein.

Bürgermeister Dr. Lukas Braun eröffnete den Abend mit einem Grußwort voller Anerkennung. Er lobte das außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder und betonte, wie wichtig aktive Vereine wie der ETSV für die Lebensqualität in Lauda-Königshofen seien. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien auch für Vereine herausfordernd, und die Stadt könne nicht immer in dem Maße fördern, wie es wünschenswert wäre – doch man versuche, wo immer möglich zu unterstützen. Bei den zahlreichen Ehrungen im Verlauf des Abends konnte sich das Stadtoberhaupt dann persönlich davon überzeugen, weshalb sich Lauda-Königshofen zu Recht „Sportstadt“ nennt.

Bevor der Blick nach vorn gerichtet wurde, gedachte die Versammlung in würdiger Stille der verstorbenen Mitglieder. Stellvertretend für alle wurde Werner Tolle genannt, langjähriges Ehrenmitglied des ETSV, der im November 2024 verstorben ist.

Vom Gründungslokal zur 2.109-köpfigen Vereinsfamilie

In ihrem Geschäftsbericht spannte Vorsitzende Anni Miller den Bogen von den Anfängen bis heute: 1904 in der Laudaer Gastwirtschaft Hammerschmitt mit 27 aktiven Turnern und fünf passiven Mitgliedern gegründet, zählt der ETSV heute 2.109 Mitglieder in acht Abteilungen – und die Neuanmeldungen reißen nicht ab. Miller dankte ausdrücklich allen Trainerinnen, Trainern, Übungsleitern und Helfern, die Woche für Woche in der vereinseigenen Halle, in den städtischen Sporthallen, im Stadion und im Hallenbad im Einsatz sind.

Der Verein engagiert sich darüber hinaus beim jährlichen Weinfest, am städtischen Ferienprogramm, bei Turnfesten, Trainingslagern und Jugendfreizeiten sowie in Kooperationen mit Schulen. Auch die Teilnahme an der Aktion „Scheine für Vereine“ wurde dankend hervorgehoben.

Drei Ehrenmitglieder – drei außergewöhnliche Lebenswerke

Der emotionale Höhepunkt des Abends waren zweifellos die Ernennungen zu neuen Ehrenmitgliedern des ETSV Lauda – gleich drei auf einmal, was den Abend weiter in die Länge zog, ihn aber auch zu etwas Besonderem machte.

Beate Papp steht für die Turnabteilung wie kaum eine andere. Seit über 60 Jahren ist sie Mitglied des ETSV und seit Jahrzehnten das organisatorische und sportliche Herz ihrer Abteilung. Als Abteilungsleiterin, engagierte Trainerin und Organisatorin des beliebten Weihnachtsschauturnens ist sie ein Vorbild für alle Generationen. Christa Kurz würdigte in ihrer Laudatio Beates unerschöpflichen Einsatz für den Nachwuchs und die Turngemeinschaft.

Günter Fading ist der Motor der Leichtathletik-Abteilung – und das seit rund 55 Jahren. Als aktiver Sportler stellte er selbst zahlreiche badische und nationale Rekorde auf, als Trainer und Mentor gibt er dieses Wissen heute im Stadion an die nächste Generation weiter. Seit Jahren organisiert er zudem den Messelauf in Königshofen, einen der beliebtesten Volksläufe der Region. Jürgen Kluger hob in seiner Laudatio hervor, dass ohne Günter Fading die Leichtathletik beim ETSV nicht das wäre, was sie heute ist.

Thomas Spitznagel ist seit knapp 48 Jahren beim ETSV – und damit ein echtes Urgestein der Handball-Abteilung. Sein Lebenswerk ist die Nachwuchsarbeit: Generationen von Handballern hat er beim Einstieg in den Sport begleitet, unzählige Kilometer bei Auswärtsspielen und Turnieren gesammelt und dabei nie den Blick für das Wesentliche verloren: die Freude am Spiel. Moritz Bohlender zeichnete in seiner Laudatio das Bild eines Menschen, der den Handball in Lauda nachhaltig geprägt hat.

Finanzen solide – Kassenführung einwandfrei

Kassiererin Angelika Tolle-Rennebarth präsentierte einen überzeugenden Kassenbericht: Der Verein steht finanziell solide da. Die größten Kostentreiber sind die weiterhin steigenden Energiekosten in der vereinseigenen Übungsstätte sowie der laufende Sportbetrieb. In den kommenden Jahren werden zudem notwendige Brandschutzmaßnahmen in der ETSV-Halle erhebliche Investitionen erfordern. Arno Würzberger bescheinigte im Bericht der Kassenprüfer eine einwandfreie und transparente Kassenführung, woraufhin die Entlastung des Vorstands einstimmig erteilt wurde.

Vorstand einstimmig in die elfte Amtszeit

Unter der Wahlleitung von Jürgen Schmitt wurde anschließend der gesamte Vorstand neu gewählt – und das erneut einstimmig. Das Frauentrio an der Vereinsspitze – Anni Miller (1. Vorsitzende), Beate Hehn (2. Vorsitzende) und Angelika Tolle-Rennebarth (Kassiererin) – ist seit Februar 2006 im Amt und geht nun in die elfte Amtszeit. Mit Blumensträußen und einer kurzen Laudatio wurde ihr jahrelanges Engagement gewürdigt.

Acht Abteilungen, viele Geschichten

Die Berichte der einzelnen Abteilungen zeigten eindrucksvoll, wie lebendig und vielfältig der ETSV aufgestellt ist. Beim Handball sind derzeit so viele Jugendmannschaften aktiv – von den Minis bis zur A-Jugend –, dass die Hallenzeiten kaum noch ausreichen; ein Highlight war das erfolgreiche Debüt des Nacht-Siebenmeterwerfens Anfang 2026 mit 14 Teams. Die Karate-Abteilung legte zuletzt besonderen Wert auf Kyu-Prüfungen und konnte zahlreiche neue Schwarzgurtträger begrüßen. In der Leichtathletik trainieren rund 90 Kinder und Jugendliche in zwei Gruppen und starteten 2024/25 bei rund 80 Wettkampfveranstaltungen; der Lauftreff mit ebenfalls rund 90 Begeisterten ist dabei seit über 40 Jahren das stabile Rückgrat der Abteilung. Die Schwimmabteilung trainiert im Hallenbad und im Freibad und betont neben dem Wettkampfsport der Tauberhaie auch die Schwimmausbildung als wichtigen Baustein. Tai-Jutsu ist mit 42 Mitgliedern eine der kleineren Abteilungen – doch zwei Drittel davon sind Kinder, was die Kampfkunst mit Fokus auf Selbstverteidigung und Körperbeherrschung als lebendige Jugendsparte ausweist. Beim Tischtennis sorgt seit Januar 2026 eine Parkinsongruppe – die erste im Main-Tauber-Kreis – für besonderes Aufsehen: Die Gruppe wächst rasant und zählt bereits 18 aktive Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwischen 57 und 85 Jahren. Die Turnabteilung mit ihren 28 Gruppen freut sich auf ein besonderes Großereignis: Ende Juni richtet sie nach über zehn Jahren Pause wieder das Kinderturnfest aus – mit rund 500 erwarteten Kindern in der Stadt- und Sporthalle sowie im Stadion. Der Volleyball schließlich boomt: Rund 70 Spielerinnen und Spieler trainieren mittlerweile, der Zulauf ist so groß, dass eine Anmeldepflicht für das Training eingeführt werden musste.

Fazit: Ein langer, aber großartiger Abend

Nach gut drei Stunden schloss Anni Miller die Generalversammlung – in einer Atmosphäre, die von Herzlichkeit, gegenseitigem Respekt und echtem Gemeinschaftsgefühl geprägt war. Der ETSV 1904 Lauda steht sportlich, finanziell und menschlich gut da. Und wer an diesem Abend dabei war, verstand sehr schnell, warum das so ist.

Bericht: Christoph Muhr